Es gibt Dinge, die gehören einfach zusammen. Sommer und Glace beispielsweise. Oder ein gemütlicher Feierabend und ein kühles Bier. Dass jemand auf die Idee kommen würde, auch noch Yoga mit Bier zu verbinden, hätte man allerdings kaum erwartet.
Doch genau das ist geschehen. Seither sitzen Menschen auf Yogamatten, strecken ihre Glieder in alle Himmelsrichtungen und versuchen dabei, eine Bierflasche möglichst würdevoll zu halten.
Willkommen beim Bier-Yoga!
Vom Sonnengruss zum Biergruss
Die Geschichte dieser ungewöhnlichen Freizeitbeschäftigung führt unter anderem nach Berlin. Dort begann die Yogalehrerin Jhula im Jahr 2015, ihre Begeisterung für Yoga mit ihrer Vorliebe für Bier zu verbinden. Die Anregung dazu hatte sie bei einem Festival in den USA erhalten.
Bald trafen sich die ersten Neugierigen in Berliner Kneipen und Clubs. Wo gewöhnlich Bierdeckel auf den Tischen lagen, wurden nun Yogamatten ausgerollt. Die Teilnehmer kamen barfuss, in bequemer Kleidung und mit einer Bierflasche zur Stunde.
Aus dem Sonnengruss wurde kurzerhand ein Biergruss. Und statt eines langgezogenen «Om» erklang gelegentlich ein ebenso hingebungsvolles «Prost».
Die Idee fand Gefallen. Was in Berlin zunächst wie ein besonders gelungener Kneipenscherz aussah, machte bald auch in anderen Ländern von sich reden.
Die hohe Kunst, mit einer Bierflasche zu turnen
Wer schon einmal versucht hat, auf einem Bein zu stehen, weiss, dass das Gleichgewicht eine empfindliche Angelegenheit ist. Besonders dann, wenn man gleichzeitig eine Flasche in der Hand hält.
Beim Bier-Yoga gehören solche Herausforderungen zum Programm. Die Flasche wird in verschiedene Übungen eingebaut, behutsam angehoben, auf der Handfläche balanciert oder vorsichtig abgestellt, wenn eine Bewegung beide Hände verlangt.
Besonders beliebt ist die sogenannte Baumhaltung. Dabei steht man auf einem Bein, während der andere Fuss am Standbein ruht. Eine durchaus anspruchsvolle Angelegenheit, selbst ohne Getränk.
Mit einer Bierflasche in der Hand bekommt die Übung eine zusätzliche Bedeutung: Der Baum sollte möglichst aufrecht bleiben. Und sein Inhalt ebenfalls.
Das Ganze verlangt Konzentration, ein gewisses Körpergefühl und die Bereitschaft, über sich selbst zu lachen.
Muss Yoga eigentlich immer so ernst sein?
Traditionelles Yoga hat eine lange Geschichte. Es umfasst weit mehr als körperliche Übungen und legt grossen Wert auf Atmung, Aufmerksamkeit und innere Sammlung.
Beim Bier-Yoga rückt dagegen die Geselligkeit stärker in den Vordergrund. Man trifft sich mit Freunden, probiert ungewohnte Bewegungen aus und entdeckt möglicherweise, dass man beim gemeinsamen Scheitern an einer schwierigen Haltung wunderbar lachen kann.
Gerade diese Ungezwungenheit macht den Reiz aus. Man muss weder besonders beweglich sein noch die Namen sämtlicher Yogaübungen kennen.
Wer allerdings erwartet, durch Biertrinken ein besserer Yogi zu werden, dürfte enttäuscht sein. Beweglichkeit und Körperbeherrschung lassen sich auf diese Weise kaum steigern.
Und was sagt die Gesundheit dazu?
Yoga kann durchaus etwas für Beweglichkeit, Gleichgewicht und Entspannung tun. Das Bier trägt zu diesen körperlichen Wirkungen allerdings nichts bei.
Alkohol kann die Koordination und das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Gerade bei anspruchsvollen Gleichgewichtsübungen ist das wenig hilfreich. Wer Bier-Yoga ausprobieren möchte, ist deshalb mit einer alkoholfreien Variante gut beraten.
Schliesslich funktioniert eine Bierflasche als ungewöhnliches Trainingsgerät auch dann, wenn alkoholfreies Bier darin steckt.
Der gesellige Charakter bleibt derselbe. Und die Chancen stehen besser, dass der Baum tatsächlich stehen bleibt.
Zwischen Yogamatte und Stammtisch
Man kann über Bier-Yoga denken, was man will. Für die einen ist es eine amüsante Abwechslung, für andere eine ziemlich überflüssige Modeerscheinung. Eingefleischte Yogafreunde dürften beim Gedanken an eine Bierflasche während des Sonnengrusses ohnehin die Stirn runzeln.
Doch der Erfolg solcher Veranstaltungen verrät etwas über unsere Zeit: Die Menschen suchen nach gemeinsamen Erlebnissen, bei denen sie sich bewegen, andere kennenlernen und ihren Spass haben können.
Das ist durchaus verständlich. Wer den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, freut sich am Abend über Bewegung. Und wer dabei noch etwas zu lachen hat, nimmt gewöhnlich eine gute Erinnerung mit nach Hause.
Ob es dafür eine Bierflasche braucht, muss jeder selbst entscheiden.
Zum Schluss noch eine kleine Gleichgewichtsübung
Bei von Arx Getränke bieten wir zwar keine Bier-Yoga-Kurse an. Dafür kennen wir uns mit dem Inhalt der Flaschen aus.
Und sollten Sie eines Tages beschliessen, Ihren Sonnengruss mit einem Biergruss zu ergänzen, finden Sie bei uns selbstverständlich auch alkoholfreie Biere für Ihre Übungen.
Eine letzte Empfehlung haben wir noch: Stellen Sie die Flasche beim Kopfstand vorsichtshalber auf den Boden.
Es wäre schade um das Bier. Und um den Teppich.
Foto: Mit KI-Technologie generiert.
