Manche Filmfiguren erkennt man an ihrer Kleidung, andere an einem einzigen Satz. James Bond beispielsweise braucht bloss einen Martini zu bestellen, und schon wissen alle, mit wem sie es zu tun haben. Beim «Dude» aus The Big Lebowski genügt sogar ein Glas White Russian, um eine ganze Lebenseinstellung zu erklären.
Getränke haben auf der Leinwand mitunter erstaunliche Karrieren gemacht. Einige sind längst Klassiker an der Bar, andere verdanken ihre Berühmtheit der Fantasie von Drehbuchautoren. Wir haben sechs davon ausgewählt und uns überlegt, wie man sie für einen gemütlichen Filmabend zu Hause zubereiten könnte.
Die Rezepte sind teils klassische Zubereitungen, teils eigene Interpretationen. Schliesslich verfügt nicht jeder Haushalt über die Getränkevorräte einer intergalaktischen Raumstation.
1. James Bonds Martini – geschüttelt, nicht gerührt
Bekannt aus: den James-Bond-Filmen
James Bond hat schon manchen Bösewicht zur Strecke gebracht. Sein berühmtester Beitrag zur Barkultur dürfte allerdings die Bestellung eines Martinis sein. Geschüttelt soll er werden, keinesfalls gerührt.
Über die kulinarischen Vorzüge dieser Anweisung lässt sich streiten. Barkeeper bevorzugen beim klassischen Martini häufig das Rühren, weil der Drink dadurch klar bleibt. Bond interessiert das wenig. Er hat ohnehin seine eigenen Vorstellungen von einem anständigen Abend.
Zutaten für ein Glas:
- 60 ml Gin
- 15 ml trockener Wermut
- Eiswürfel
- Eine grüne Olive oder etwas Zitronenschale
Zubereitung:
Gin und Wermut mit reichlich Eis in einen Shaker geben und kräftig schütteln. Anschliessend in eine gut gekühlte Cocktailschale abseihen. Mit einer Olive oder einem Streifen Zitronenschale garnieren.
Wer sich lieber an die klassische Barkeeperkunst hält, rührt die Zutaten im Rührglas mit Eis kalt. Bond würde vermutlich die Augenbraue heben. Das dürfte zu verschmerzen sein.
2. The Dude’s White Russian – ein Cocktail in Hausschuhen
Film: The Big Lebowski (1998)
Jeffrey Lebowski, besser bekannt als «The Dude», hat mit James Bond herzlich wenig gemeinsam. Während der britische Geheimagent die Welt rettet, versucht der Dude vor allem, seine Ruhe zu haben. Und seinen Teppich zurückzubekommen.
Sein Lieblingsgetränk ist der White Russian. Wodka, Kaffeelikör und Rahm ergeben eine Mischung, die ausgezeichnet zu einem gemütlichen Filmabend passt. Besonders dann, wenn man keine weiteren Verpflichtungen hat.
Zutaten für ein Glas:
- 40 ml Wodka
- 20 ml Kaffeelikör
- 30 ml Rahm
- Eiswürfel
Zubereitung:
Ein niedriges Glas mit Eiswürfeln füllen. Wodka und Kaffeelikör hineingiessen und kurz umrühren. Den Rahm langsam darübergeben. Wer die hübsche Schichtung bewahren möchte, lässt den Rahm zunächst oben schwimmen.
Vor dem Trinken nach Belieben umrühren.
Der Drink ist cremig, süsslich und recht gehaltvoll. Vermutlich würde der Dude dazu sagen, dass alles schon irgendwie in Ordnung komme.
3. Pan Galactic Gargle Blaster – ein Cocktail aus einer anderen Galaxie
Bekannt aus: Per Anhalter durch die Galaxis (2005), nach dem Werk von Douglas Adams
Wer durch das Universum reist, braucht starke Nerven. Und manchmal offenbar auch einen entsprechenden Drink.
Der Pan Galactic Gargle Blaster gehört zu den berühmtesten Erfindungen von Douglas Adams. Seine Wirkung wird im Original mit einem ziemlich unangenehmen Zusammentreffen von Kopf, Zitrone und Goldbarren verglichen.
Das ursprüngliche Rezept enthält Zutaten, die man selbst in einem gut sortierten Getränkefachhandel vergeblich suchen dürfte. Wir bleiben deshalb auf der Erde und versuchen eine fruchtige, leicht ausserirdisch aussehende Variante.
Zutaten für ein Glas:
- 30 ml Wodka
- 20 ml Orangenlikör
- 60 ml Ananassaft
- 15 ml frisch gepresster Zitronensaft
- 5 ml Blue Curaçao
- Eiswürfel
- Eine Zitronenscheibe zur Dekoration
Zubereitung:
Wodka, Orangenlikör, Ananassaft und Zitronensaft zusammen mit Eis in einen Shaker geben. Kräftig schütteln und in ein mit frischem Eis gefülltes Glas abseihen.
Den Blue Curaçao vorsichtig hinzufügen. Er sorgt für eine ungewöhnliche Färbung, die einem Getränk aus den Weiten der Galaxis durchaus angemessen ist.
Eine Zitronenscheibe an den Glasrand stecken. Wer mag, ergänzt einen kleinen bunten Cocktailschirm.
Ob das Getränk tatsächlich intergalaktische Kräfte verleiht, ist wissenschaftlich bislang nicht belegt. Ein zweites Universum lässt sich damit jedenfalls kaum entdecken.
4. Der Vesper Martini – ein Drink mit einer Geschichte
Film: Casino Royale (2006)
Noch einmal James Bond. Allerdings hat dieser Martini eine besondere Geschichte.
In Casino Royale bestellt Bond einen Cocktail aus Gin, Wodka und Kina Lillet. Später gibt er ihm den Namen Vesper – nach Vesper Lynd, jener Frau, die für den sonst so unerschütterlichen Geheimagenten eine entscheidende Rolle spielt.
Der Vesper unterscheidet sich vom gewöhnlichen Martini durch seine Zusammensetzung. Kina Lillet ist heute in seiner ursprünglichen Form nicht mehr erhältlich; Lillet Blanc wird häufig als Ersatz verwendet.
Zutaten für ein Glas:
- 45 ml Gin
- 15 ml Wodka
- 7,5 ml Lillet Blanc
- Eiswürfel
- Ein dünner Streifen Zitronenschale
Zubereitung:
Gin, Wodka und Lillet Blanc mit reichlich Eis in einen Shaker geben. Gut schütteln, bis der Drink sehr kalt ist. Anschliessend in eine vorgekühlte Cocktailschale abseihen.
Den Streifen Zitronenschale leicht über dem Glas ausdrücken, damit sich die ätherischen Öle entfalten, und anschliessend als Garnitur verwenden.
Der Vesper ist ein kräftiger Cocktail, der langsam genossen werden will. James Bond hätte dafür vermutlich wenig Zeit. Bei uns zu Hause dürfte die nächste Verfolgungsjagd immerhin bis nach dem Abspann warten.
5. Flaming Moe – der berühmte Drink aus Springfield
Fernsehserie: Die Simpsons, Folge «Flaming Moe’s» (1991)
Homer Simpson hat im Laufe seiner Fernsehkarriere allerlei Unsinn angestellt. Gelegentlich führte das sogar zu einer Geschäftsidee.
In der Episode «Flaming Moe’s» erfindet Homer durch Zufall ein Getränk, das Moe Szyslak anschliessend als eigene Kreation verkauft. Der Drink wird zum sensationellen Erfolg, und Moe lernt einmal mehr, dass Ruhm und Freundschaft nicht immer gut miteinander auskommen.
Das Original enthält eine recht fragwürdige Mischung verschiedener Getränke, darunter Hustensaft. Vor allem aber wird es angezündet.
Für die heimische Küche ist eine solche Zubereitung denkbar ungeeignet. Unsere Variante behält die kräftige Farbe und den eigenwilligen Charakter, verzichtet aber auf Hustensaft und offene Flammen.
Zutaten für ein Glas:
- 40 ml Whisky
- 20 ml Cranberrysaft
- 15 ml Limettensaft
- 10 ml Grenadine
- 40 ml Ginger Ale
- Eiswürfel
- Eine Orangenscheibe
Zubereitung:
Whisky, Cranberrysaft, Limettensaft und Grenadine zusammen mit Eis in einen Shaker geben. Kurz schütteln und in ein mit Eis gefülltes Glas abseihen.
Mit Ginger Ale auffüllen und vorsichtig umrühren. Mit einer Orangenscheibe garnieren.
Das Ergebnis leuchtet schön rot und schmeckt fruchtig mit einer würzigen Note.
Moe würde vermutlich einen höheren Preis verlangen, als die Zutaten rechtfertigen. Aber Moe war bekanntlich nie ein besonders grosszügiger Gastgeber.
6. LeFou’s Brew – eine süsse Erfrischung aus der Märchenwelt
Inspiriert von: Die Schöne und das Biest und dem Getränk aus Disneys Gaston’s Tavern
Zum Schluss wird es alkoholfrei.
LeFou ist der treue Begleiter des selbstverliebten Gaston aus Die Schöne und das Biest. Nach ihm wurde ein Getränk benannt, das in Gaston’s Tavern im Walt Disney World Resort angeboten wird.
Die dortige Spezialität besteht aus gefrorenem Apfelsaft, einem Hauch gerösteter Marshmallows und einem fruchtigen Schaum mit Mango und Passionsfrucht.
Für unsere Version verwenden wir Zutaten, die auch in einer gewöhnlichen Küche zu finden sind.
Zutaten für etwa 4 Gläser:
- 750 ml naturtrüber Apfelsaft, gut gekühlt und teilweise gefroren
- 200 ml Mangopüree
- 50 ml Passionsfruchtsaft
- 1 EL Zitronensaft
- 2 EL Marshmallow-Sirup oder nach Geschmack
- Etwas geschlagener Rahm für die Garnitur
Zubereitung:
Den teilweise gefrorenen Apfelsaft mit Zitronensaft und Marshmallow-Sirup in einem leistungsfähigen Mixer zu einer halbgefrorenen Masse verarbeiten.
Separat das Mangopüree mit dem Passionsfruchtsaft verrühren. Die Apfelmischung in grosse Gläser oder Bierkrüge füllen und die Mangomischung darübergeben.
Wer möchte, ergänzt einen kleinen Klecks geschlagenen Rahm.
Das Getränk schmeckt fruchtig und angenehm süss. Besonders an warmen Tagen dürfte es selbst Gaston für einen Augenblick zum Schweigen bringen. Was bekanntlich einiges heissen will.
Film ab – und was kommt ins Glas?
Sechs Getränke, sechs Geschichten. Einige haben tatsächlich Eingang in die Barkultur gefunden, andere gehören weiterhin ins Reich der Fantasie. Gerade das macht ihren Reiz aus.
Wer einen Filmabend mit Freunden plant, kann die Getränke passend zum Programm auswählen. Ein White Russian zu The Big Lebowski, ein Vesper zu Casino Royale oder ein alkoholfreier LeFou’s Brew zum Familienfilm.
Dabei muss es keineswegs immer Alkohol sein. Viele Cocktails lassen sich mit etwas Fantasie auch alkoholfrei zubereiten. Entscheidend sind Geschmack, gute Zutaten und die Freude am Ausprobieren.
Und falls der selbst gemixte Martini nicht ganz so elegant gelingt wie auf der Leinwand, bleibt immerhin die Gewissheit: Im eigenen Wohnzimmer verlangt niemand einen Smoking.
Wir von von Arx Getränke wünschen Ihnen einen unterhaltsamen Filmabend – und einen guten Drink dazu.
Hinweis: Die Rezepte sind teilweise freie, für die Zubereitung zu Hause angepasste Interpretationen. Die genannten Film- und Markennamen dienen der Beschreibung der jeweiligen Vorbilder.
